Briefanreden: Ein- oder zweispaltig?

Wenn ich zwei Personen anschreiben will, bin ich immer im Zweifel. Müssen beide Namen in eine Zeile, oder werden sie untereinander geschrieben?

Das können Sie individuell entscheiden. Es gibt dazu weder eine Stil-und-Etikette- noch eine DIN-Regel. Ein Kriterium für Ihre Entscheidung kann die Optik sein. Bei langen Namen ist die Anredezeile unter Umständen zu voll. Dann sieht es ansprechender aus, die beiden Namen zweispaltig zu setzen. Das gilt auch, wenn Sie in speziellen Fällen eine Person doppelt anreden. Beispiel: Sie schreiben einen offiziellen Brief an eine hochgestellte Persönlichkeit, die Sie aber privat gut kennen. “Sehr geehrte Frau Generalkonsulin, liebe Frau Dr. Sowieso”. Dann können Sie in die erste Zeile die offizielle Anrede, in die zweite die private setzen.

Aber auch kurze Namen müssen nicht nebeneinander geschrieben werden. Falls Sie sogar drei Personen in einem Brief anreden, verwenden Sie am besten für jede Anrede eine eigene Zeile.

Briefanrede korrekt

Im privaten Bereich wird die Dame vor dem Herrn genannt. Das ist mir bekannt. Aber wie ist das im Beruf? Wird dort auch grundsätzlich die Frau als erste angeschrieben?

Nein. Wie auch bei vielen anderen Umgangsformenregeln im beruflichen Bereich gilt hier: Die Hierarchie ist ausschlaggebend. Schreiben Sie also zum Beispiel an einen Herrn und seine Mitarbeiterin, ist die Anrede: “Sehr geehrter Herr Sowieso, sehr geehrte Frau Muster”. Daran ändert auch ein eventueller akademischer Grad nichts.

Ist beispielsweise der leitende Direktor “Herr Schmitz” und eine seiner Abteilungsleiterinnen “Frau Dr. Schneider”, wird er trotzdem als erster angeschrieben.

Handelt es sich um zwei Personen auf der selben Hierarchiestufe, werden die privaten Gepflogenheiten wieder relevant. Also beispielsweise die Dame oder ein wesentlich Älterer an erster Stelle genannt.